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Zu Krankheitsbildern und Möglichkeiten zur Behandlung.

Unter dem Begriff Refraktion versteht man die Gesamtbrechkraft des Auges, die dazu führt, dass ein in der Unendlichkeit befindliches Objekt im Auge scharf abgebildet wird. Entscheidende Größen der Brechkraft des Auge sind Hornhaut und Linse, in geringem Maße Tränenfilm und Glaskörper.
Die Brechkraft des Auges wird in Dioptrien (dpt) angegeben und entspricht dem Kehrwert der Brennweite des optischen Systems. Es werden unterschieden die Normalsichtigkeit (Emmetropie = 0 dpt), Kurzsichtigkeit (Myopie = z.B. -2,0 dpt) sowie die Weitsichtigkeit (Hyperopie = z.B. +2,0 dpt).
Daneben kommt die Stabsichtigkeit (Astigmatismus) und weitere Aberrationen höherer Ordnung vor.
Entscheidend für eine volle Sehschärfe ist der Zustand der Emmetropie sowie der Klarheit aller optischen Medien.
Weicht das Auge von diesem Zustand ab, so ist die Sehschärfe vermindert und eine optische Korrektur z.B. in Form einer Brille oder Kontaktlinse ist notwendig, um die Fehlrefraktion auszugleichen und den Zustand der Emmetropie durch die entsprechenden Hilfsmittel wieder herzustellen.
Warum sollten Kinder frühzeitig augenärztlich untersucht werden?
Grundsätzlich wird jedes Kind bei der U7-Untersuchung (21.-24. Lebensmonat) vom Kinderarzt bezüglich des Sinnesorgans „Auge“ kontrolliert. Sollten hier Auffälligkeiten vorhanden sein, so leitet der Kinderarzt eine Untersuchung durch den Facharzt für Augenheilkunde ein. In einigen Fällen kann sich jedoch die Diagnostik durch den Kinderarzt schwierig darstellen. Vor allem Familien, bei denen Sehfehler oder Schielen bekannt sind, sollten frühzeitig (< 12 Monate) bereits durch eine Orthoptistin (staatlich anerkannte Fachkraft zur Erkennung strabologischer, neuroophthalmologischer oder kinderophthalmologischer Erkrankungen) sowie einen Facharzt für Augenheilkunde untersucht werden.
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Augenerkrankung, die bei Menschen >50 Jahren zu schweren Seheinbußen führt. Sie betrifft die Makula, das Zentrum des schärfsten Sehens. Patienten mit AMD haben folglich v.a. Probleme beim Lesen sowie beim direkten Ansehen bestimmter Dinge (z.B. Gesichter), während hingegen die räumliche Orientierung lange erhalten bleibt. Bei der Erkrankung „altersbedingte Makuladegeneration“ differenziert man grundsätzlich zwischen der sog. trockenen Form und der feuchten Form.
Auszüge der nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) zur Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes Mellitus (Stand 2016, gültig bis 2020): Aufgrund mikrovaskulärer Schädigungen kann es bei Diabetespatienten zu einer diabetischen Retinopathie sowie diabetischen Makulopathie kommen. Gründe hierfür sind die gesteigerte Gefäßpermeabilität sowie progressive Kapillarverschlüsse mit nachfolgender Ischämie (Minderversorgung der Netzhaut). Folgen können nicht selten eine progrediente Sehminderung bis hin zur Erblindung sein.
Häufig berichten Patienten über eine abnehmende Sehschärfe und suchen uns auf, weil sie eine stärkere Brille möchten. Nicht immer geht das. Die ersten Schritte einer Linsentrübung fangen tatsächlich oftmals mit einer Änderung der Refraktion an. Ehemals normalsichtige Menschen werden langsam Weitsichtig oder Kurzsichtige Patienten benötigen langsam weniger starke Gläser. Kommen solche Veränderungen langsam, so sind dies oft die ersten Anzeichen eines beginnenden Grauen Stars. Ist eine gute Sehschärfe durch Veränderung der Brillengläser erreichbar, so werden diese verordnet und eine operative Intervention ist noch nicht notwendig. Ist die Sehleistung jedoch trotz bestmöglicher Brillenkorrektur eingeschränkt, so ist der Graue Star bereits weiter fortgeschritten.
Unter einem Glaukom versteht man eine Gruppe von Augenerkrankungen, die zu einer Schädigung der Netzhaut – sowie Sehnervenzellen führen und damit einhergehend zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zur völligen Erblindung. Tückisch hierbei ist, dass die Erkrankung schmerzlos (Ausnahme: Glaukomanfall) verläuft und somit meist viele Jahre bereits unbemerkt verschiedene Krankheitsstadien durchläuft. Selbst Gesichtsfeldausfälle werden oft erst spät bemerkt, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Einmal eingetretene Schädigungen lassen sich nicht mehr rückgängig machen.
Sie haben müde Augen, schwere Lider und ziehen immer öfter die Lider hoch, um ein entsprechend großes Blickfeld zu haben?
Dann liegt nicht selten das sog. Schlupflid (Blepharochalasis) vor. Bei einer operativen Rekonstruktion des Lides wird in Lokalanästhesie ein Teil des Lidhautgewebes ggf. auch Fettgewebe entfernt und mittels Hautnähten wieder adaptiert. Ziel hierbei ist, in richtiger Dosierung die natürliche Umschlagsfalte des Lides in der Augenhöhle wieder zu rekonstruieren. Auf Wunsch kann die Operation auch in Narkose durchgeführt werden, ist aber eigentlich nicht notwendig. Diese Operation gehört zu den ästhetischen Eingriffen und ist daher nur in Ausnahmefällen bei deutlicher Einschränkung des Gesichtsfeldes durch die herabhängende Lidhaut zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse durchzuführen.